Das liegt daran, dass wir unsere schlechten Gewohnheiten nicht einfach aufgeben können, ohne sie vorher zu verstehen.


Schlechte Gewohnheiten haben immer einen Grund

Damit Ihre schlechten Gewohnheiten verschwinden können und Sie dagegen keinen erfolglosen Kampf mehr führen müssen, ist es wichtig sie im ersten Schritt zu verstehen. Das bedeutet, zu verstehen, warum…

…surfen Sie zum Beispiel andauernd im Internet auf Social Media Plattformen wie Facebook & Co., anstatt konzentriert etwas abzuarbeiten?

…rauchen Sie, trinken unüberlegt Alkohol oder stopfen ungesundes Essen, wie Fast Food, Chips oder Schokolade in sich hinein?

...nehmen Sie Aufgaben im Job an oder gehen private Verabredungen ein, für die Sie eigentlich gar keine Zeit haben?

…wollen Sie immer alles perfekt machen? 

…geben Sie Geld für Dinge aus, die sie eigentlich gar nicht brauchen oder von denen Sie abhängig sind, obwohl Sie das Geld anders viel besser investieren könnten?



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Schlechte Gewohnheiten befreien uns von unliebsamen Gefühlen

Die Antwort auf alle diese Fragen ist ganz einfach: Unsere schlechten Gewohnheiten sorgen dafür, dass wir uns im ersten Moment gut fühlen. Wenn wir Angst haben, gestresst oder unglücklich sind, dann sind unsere schlechten Gewohnheiten die „Rettung“, die uns im ersten Moment von diesen Gefühlen befreit, die wir nicht haben wollen.

So fanden Forscher heraus, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der häufigen Nutzung sozialer Medien und einer mangelhaften Stimmungsregulierung, vermindertem Selbstwertgefühl und der Neigung sich sozial zu isolieren.

Das bedeutet, dass viele Menschen häufig auf Facebook gehen, um sich besser zu fühlen, sich aber danach tatsächlich schlechter fühlen.

So ist es auch mit den vielen anderen schlechten Angewohnheiten. Sie befreien uns zwar kurzfristig von unliebsamen Gefühlen, lösen aber nicht dauerhaft das eigentliche Problem, sondern verschlimmern es anschließend sogar noch.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, ob Sie sich nicht auch schlecht fühlen werden, wenn Sie Ihre Gewohnheiten aufgeben und nicht durch etwas anderes – etwas „Besseres“- ersetzen.

Ja, Sie werden sich tatsächlich schlecht und leer fühlen, wenn Sie quasi „aus dem Nichts“ versuchen, Ihre schlechten Gewohnheiten aufzugeben, weil Sie so nicht die Ursache Ihrer schlechten Gewohnheiten auflösen.

Daher sollten Sie eine Methode anwenden, die Ihnen dabei hilft, Ihren schlechten Gewohnheiten auf den Grund zu gehen. Denn dann werden Sie sich auch nicht miserabel fühlen, wenn Sie Ihre schlechten Gewohnheiten nicht mehr haben.

So eine Methode gibt es tatsächlich. Das Zentrum für Mindfulness in Medicine, Health Care, and Society der Universität der Massachusetts Medical School  fand heraus, dass diese Methode sich schlicht und ergreifend „Achtsamkeit“ nennt. 

Sie fragen sich jetzt vielleicht wie man es schafft, nur mithilfe von Achtsamkeit mit rauchen aufzuhören, oder andere schlechte Gewohnheiten loswird.

Das ist absolut berechtigt, denn es klingt zu einfach, um wahr zu sein, aber es stimmt tatsächlich. Der Direktor des Zentrums für Mindfulness in Medicine, Health Care, and Society der Universität der Massachusetss Medical School Judson Brewer fand nämlich heraus, dass Achtsamkeit dafür sorgt, dass der Automatismus zwischen dem Verlangen beispielsweise die Schokolade zu essen und es dann tatsächlich auch zu tun, unterbrochen wird.

Wie das konkret funktioniert achtsam zu sein und damit Ihre schlechten Gewohnheiten loszuwerden, erfahren Sie in den folgenden 4 Schritten:


1. Bemerken/Erkennen

Im ersten Schritt ist es wichtig zu erkennen, was bei Ihnen vor sich geht. Sie fühlen sich beispielsweise gestresst und bemerken, dass Sie ein großes Verlangen danach haben, Geld auszugeben, eine Zigarette zu rauchen oder Schokolade zu essen. Das zu bemerken ist von großer Bedeutung. Denn jetzt können Sie etwas an Ihrem Verhalten ändern!

2. Schritt: Akzeptieren

Akzeptieren Sie das Gefühl des Verlangens nach Schokolade oder der Zigarette. Bewerten Sie es nicht. Es ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach da und das hat seinen Grund.

3. Schritt: Untersuchen

Beginnen Sie jetzt Ihre schlechte Gewohnheit zu untersuchen: Beobachten Sie wie das Verlangen wächst und nehmen Sie Ihre Gefühle wahr. Entscheidend ist hier die Frage: Was genau fühlen Sie und wie äußert sich das in Ihrem Körper?

Fokussieren Sie sich an dieser Stelle ausschließlich auf Ihre Körperempfindungen. Ihre Gedanken dazu haben an dieser Stelle keine Relevanz. Glauben Sie Ihren Gedanken nicht. Es sind nur Gedanken und vielleicht handelt es sich hier sogar um falsche Glaubenssätze, die Sie sich irgendwann aus irgendeinem Grund mal angeeignet haben.

Sind Sie zum Beispiel nervös und es fühlt sich an, als wenn sich tausend kleine Ameisen in Ihrem Bauch befinden und zudem rast Ihr Herz? Dann nehmen Sie das ganz bewusst wahr und beobachten es. Versuchen Sie es nicht zu ändern. Es darf da sein, denn es hat seinen Grund.

4. Schritt: Benennen

In diesem Schritt benennen Sie Ihre Gefühle ganz konkret. Bei dem Beispiel oben könnte das heißen: Da ist ein Gefühl von Nervosität und Unruhe, dass sich äußert, in dem es in meinem Bauch kribbelt und mein Herz rast. Außerdem fühlt sich mein Gesicht heiß an.

Jetzt müssen Sie nichts weiter tun, als abzuwarten bis das Gefühl der Nervosität und Unruhe verschwindet. Denn das Erstaunliche ist, dass Gefühle verschwinden, wenn man Ihnen Aufmerksamkeit schenkt und sie benennt, haben Neurowissenschaftler herausgefunden.

Wenn Sie abgelenkt werden, kehren Sie zum vorherigen Schritt „Untersuchen“ zurück, indem Sie sich die Frage stellen: „Was fühle ich gerade im Körper?“ Bleiben Sie dabei, bis das Gefühl verschwindet.

Sie werden merken, dass es ein wenig Übung braucht. Aber mit der Zeit wird es immer einfacher, weil Sie sich auch dadurch immer besser kennen lernen.

Sie realisieren dann, dass Sie beispielsweise nur das Verlangen haben Geld auszugeben oder zu essen, weil Sie unglücklich sind, oder das Verlangen haben zu rauchen, weil Sie sich langweilen.

Mit diesem Wissen können Sie dann das wahre Problem, weshalb Sie unglücklich, frustriert oder gelangweilt sind, analysieren und lösen.



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